Gründungsveranstaltung 20162018-02-19T17:21:35+00:00

GRÜNDUNGSVERANSTALTUNG IM NOVEMBER 2016

50 Stiftungen aus der Region Ruhr beschlossen am 22. November 2016 im historischen Festsaal der Essener Philharmonie die Gründung eines regionalen Stiftungsnetzwerks. Damit wurde der Grundstein für eine bessere Vernetzung und Zusammenarbeit von Stiftungen aus dem gesamten Ruhrgebiet gelegt. Unter der Schirmherrschaft von Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen diskutierten 55 Vertreterinnen und Vertreter regionaler Stiftungen über die Gestaltung eines gemeinsamen Netzwerks. Die Journalistin Aslı Sevindim führte durch den Tag und moderierte das Zusammentreffen von Stiftungen mit Sitz in Essen, Bochum, Gelsenkirchen, Mülheim an der Ruhr und Duisburg.

Die Veranstaltung bot ein Forum, um über Chancen zur Ressourcenbündelung, gemeinsame Förderschwerpunkte und künftige Handlungsfelder zu diskutieren. In moderierten „Stifter-Dialogen“ sammelten die StiftungsvertreterInnen erste Ideen für die Zukunft des Netzwerks.

Die Initiative ergriffen

Initiiert wurde die Gründung durch die Anneliese Brost-Stiftung, die Stiftung Mercator und die innogy Stiftung für Energie und Gesellschaft. Die Ehrenamt Agentur Essen e. V., die Stadt Essen und der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e. V. ermöglichten die Veranstaltung als Kooperationspartner. Vorab wurden über 130 regionale Stiftungen kontaktiert und zu der Gründungsveranstaltung eingeladen.

Impressionen der Gründungsveranstaltung am 16.11.2016 in der Philharmonie in Essen

Impuls zur Gründung

Bundesweit bestehen bereits einige regionale Stiftungsnetzwerke. Nur in der Region Ruhr, die eine vielfältige und reiche Stiftungslandschaft besitzt, fehlte bisher ein gemeinsames Forum. Der erste Impuls zur Gründung eines Netzwerks wurde bereits beim 2. Essener Stiftungstag 2015 in der Messe Essen gesetzt. 20 Stiftungen aus der Ruhrregion trafen sich damals im Rahmen eines Workshops, um die Möglichkeiten einer Netzwerkbildung zu erörtern. Auf Initiative der innogy Stiftung für Energie und Gesellschaft, der Stiftung Mercator und der Anneliese Brost-Stiftung sollte die Idee der Stiftungsvernetzung und das gemeinsame Wirken zeitnah auf das Ruhrgebiet erweitert werden.

Alle wichtigen Informationen zur Gründungsveranstaltung können Sie in der Dokumentation nachlesen.

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„Es gibt viele gute Gründe dafür, dass sich bereits in zahlreichen Regionen Deutschlands Stiftungsnetzwerke bilden oder gebildet haben. Sie alle verbindet die Einsicht, dass Stiftungen insbesondere vor dem Hintergrund der geschilderten Herausforderungen, enger zusammenrücken müssen. Aus diesen Beispielen kann das Stiftungsnetzwerk Ruhr für seine eigenen Aktivitäten lernen!“

Prof. Dr. Andreas Schlüter
Generalsekretär des Stifterverbandes

Transkript des Impulsvortrags „Gut vernetzt – Kooperationen von Stiftungen“

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Um die Vielfalt der teilnehmenden Stiftungen zu visualisieren, wurden Übersichtskarten zu den Sitzen, Förderschwerpunkten, Rechtsformen, Förderregionen und Gründungsjahren erstellt. In einem Gallery Walk wurden den anwesenden Gästen Steckbriefe zu allen Stiftungen präsentiert.

Abbildung der Karte Stiftungssitze des Stiftungsnetzwerks Ruhr

Die Ergebnisse des Stifter-Dialogs am 22. November 2016

Aus den Diskussionen ergaben sich eindeutige Übereinstimmungen, die einen Konsens über die Gestaltung des Netzwerks bildeten. Das Handeln des Netzwerks soll stets dem gesamten Ruhrgebiet dienen und die Ergebnisse der Zusammenarbeit immer auf eine Aufwertung der Region abzielen. Durch das Stiftungsnetzwerk sollen der Zusammenhalt, der Ideenreichtum und das Engagement der Bürgerinnen und Bürger des Ruhrgebiets gestärkt werden.

Alle Ergebnisse können Sie in der Dokumentation des Tages nachlesen. Nachfolgend ein erster Eindruck in Stichworten.

Das Netzwerk soll ein gemeinsames, städteübergreifendes Schwerpunktthema entwickeln, für das es sich langfristig einsetzt, hier aber auch selbstkritisch auf realistische Erfolge setzen. Es wurden verschiedene Vorschläge für Schwerpunktthemen gemacht, die sich in der Summe überschnitten.

  • Bildung wurde am häufigsten als wichtiger Bereich benannt, für den es sich als Stiftungsnetzwerk Ruhr einzusetzen lohnt.
  • Das Netzwerk solle sich gegen Kinderarmut und für benachteiligte Gesellschaftsgruppen stark machen.
  • Der Strukturwandel stelle das Ruhrgebiet vor große Herausforderungen, die nur gemeinsam und städteübergreifend zu bewältigen seien.
  • Demokratiestärkung war den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ebenfalls ein zentrales Anliegen. Beteiligung und Teilhabe aller Menschen im Ruhrgebiet sei langfristig existentiell, um weitergehend viele andere Probleme (Bildung, Armut, Integration) lösen zu können.
  • Ein erstes Leuchtturmprojekt auf Quartiersebene könnte unter dem Motto „Lebensqualität im Ruhrgebiet“ starten.
  • Das Netzwerk könnte ein Rahmenprogramm für bürgerschaftliches Engagement ins Leben rufen, um noch stärker das Engagement in der Region zu fördern und fürs Ehrenamt „anzustiften“.
  • Als weitere Vorschläge wurden die Digitalisierung aller Lebensbereiche und das Verhältnis zwischen Staat und Stiftungslandschaft genannt, derer sich das junge Netzwerk annehmen könne.
  • Das Netzwerk und seine Stiftungen verstehen sich als Ergänzung zu kommunalen Strukturen und staatlichen Institutionen.
  • Dabei grenzt sich die Stiftungsgemeinschaft in ihrem Handeln bewusst dahingehend ab, dass Land und Kommunen keine Pflichtaufgaben abgenommen werden sollen.
  • Gegenüber Verbänden, Vereinen und weiteren NPOs ist das Netzwerk offen, und es soll auf Kooperationen gesetzt werden.
  • Das Stiftungsnetzwerk Ruhr möchte seinen Beitrag zu einer lebenswerten Region Dafür übernimmt es Verantwortung und zielt darauf ab, seine gebündelte Kompetenz für die Zukunft der Region einzubringen.
  • Dabei möchte sich das Netzwerk auf bewährte und erwiesenermaßen wirksame Projekte mit Modellcharakter konzentrieren, die auf die gesamte Region ausgeweitet werden können.
  • Gleichzeitig sollen auch innovative Projekte unterstützt werden, um Raum für neue Ansätze zu bieten.

Es herrschte Konsens darüber, dass sich die Stiftungen individuelle finanzielle Beiträge, die Einbringung von Know-how und Manpower, kollegiale Unterstützung sowie die Bereitstellung von Veranstaltungsräumen füreinander und die Netzwerktreffen vorstellen können.

Gleichzeitig sollen die Mitgliedsstiftungen den Netzwerkgedanken nach außen tragen und als Botschafter des Netzwerks und vor allem seiner gemeinnützigen Ziele agieren. Dabei soll jede mitwirkende Stiftung sichtbar werden, unabhängig von ihrem Beitrag.

Das gesamte Handeln des Netzwerks soll streng unter dem Gesichtspunkt der nachhaltigen Veränderung in der Region abgewogen werden.